Die Schweiz gegen Menschenhandel

La Suisse contre la traite des êtres humains | La Svizzera contro la tratta di esseri umani

Europäischer Tag gegen Menschenhandel - 18.Oktober

In der Schweiz werden Frauen, Männer und Kinder Opfer von Menschenhandel. Kinder werden zur Bettelei gezwungen; Frauen, Männer und manchmal auch Minderjährige werden der Prostitution zugeführt; Männer und Frauen werden als Arbeitskräfte ausgebeutet. Anfällige Branchen sind etwa das Sexgewerbe, die Land- und Bauwirtschaft, die Gastronomie, das Hotelgewerbe, der private Pflegebereich oder die Hauswirtschaft. Opferschutzorganisationen betreuen jährlich mehr als 100 Opfer, die ihrer Ausbeutungssituation entkommen konnten. Die grosse Mehrheit der Betroffenen bleibt jedoch unerkannt und erhält keine entsprechende Unterstützung.

Menschenhandel bezeichnet die Anwerbung, Beförderung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen durch das Anwenden unerlaubter Mittel wie Gewalt, Drohung, Nötigung, Täuschung, usw. zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung der Arbeitskraft oder zur Entnahme von Körperorganen. Menschenhandel ist ein Phänomen, das sich im Verborgenen abspielt. Die Menschenhändler machen sich die Armut und die Perspektivlosigkeit ihrer Opfer sowie deren Hoffnungen auf eine bessere Zukunft zunutze, um sie, zum Beispiel durch ein falsches Arbeitsversprechen, anzuwerben.

Die Schweiz hat 2012 den Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel verabschiedet, 2013 die Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels ratifiziert sowie zwei Verordnungen verabschiedet, die den Zeugenschutz und die Präventionsarbeit stärken. Trotz dieser Anstrengungen werden nach wie vor nur wenige Betroffene als Opfer identifiziert. Somit haben viele Opfer keinen Zugang zu spezialisierten Hilfeleistungen. Zudem werden erst wenige Täterinnen und Täter für ihre Machenschaften zur Rechenschaft gezogen. Die Bekämpfung von Menschenhandel in der Schweiz stellt somit weiterhin eine grosse Herausforderung dar.

Die Prävention ist ein integraler Bestandteil der nationalen Strategie im Kampf gegen Menschenhandel in der Schweiz. Im Jahre 2012 wurde eine Konferenz anlässlich des 18. Oktober organisiert und bei dieser Gelegenheit hat Bundesrätin Simonetta Sommaruga den Aktionsplan vorgestellt. Des Weiteren wurden verschiedene Sensibilisierungsaktivitäten in mehreren Kantonen durchgeführt. Während der ersten Schweizer Woche gegen Menschenhandel, welche im Jahre 2013 stattfand, wurde das Zielpublikum in 12 Kantonen im Rahmen von 18 Anlässen über die Thematik informiert. Im Jahre 2015 fanden anlässlich der zweiten Schweizer Woche gegen Menschenhandel und unter der Federführung von engagierten Akteuren auf lokalem, kantonalem und nationalem Niveau Vorträge, Debatten, Filmvorführungen, Plakatkampagnen und Konferenzen im ganzen Land statt, um auf die schweren Verletzung der Menschenrechte hinzuweisen und den gesellschaftlichen Dialog zu fördern. Insgesamt wurden 12 Anlässe in 7 Kantonen organisiert. Die zwei Wochen gegen Menschenhandel, die um den 18. Oktober - Europäische Tag gegen Menschenhandel - geplant wurden, waren für das Publikum die Gelegenheit, an einer dieser Veranstaltungen teilzunehmen, sich zu informieren und dieses Phänomen besser zu verstehen.

Zusammen können wir dieses Verbrechen bekämpfen und die Opfer schützen. Ein Mensch ist keine Ware, die verkauft werden kann. Machen wir aus dem 18. Oktober das Symbol gegen Menschenhandel in der Schweiz.